Weihnachten und die Mediennutzung

Bringen wir das Thema doch mal auf den Punkt! Die guten alten Zeiten sind vorbei! Watt? So grundsätzlich- vollständig? Joh. Komplett! Bevor nun die rechtspopulistischen Vollidioten die derzeit in unserem Land zu viel Stimme haben aufjubeln, es geht um die Nutzung von Medien.

Ich bin ein mit Zeitung, Radio und Fernsehen aufgewachsener Junge aus 1975. Daraus wurde ein Radio und Internet begeisterter Macher, Nutzer und Vermarkter dieser Medien. Inzwischen bin ich auch noch Papa. Das macht das Bild bunter, denn ich lerne wöchentlich etwas über die Mediennutzung hinzu. Über meine eigene (die sich permanent verändert) und die der „jungen Leute“. TV gucken, dabei WhatsApp Sprachnachrichten bekommen und verschicken, nebenbei was bei Youtube suchen und sich mit Papa unterhalten? Ja und? Kein Ding Dad! Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich… Aber ganz ehrlich? Einige meiner Kollegen und auch ich sind in vielen Fällen nicht ganz anders… Ich sag nur twittern während man Tatort guckt… In beiden Fällen erkennt man schon die echte mediale Macht: Die mobile Nutzung! Der Anbieter ist mir egal, Hauptsache ich kann es dann und da nutzen wo ich bin und es will. Die FAZ hat dazu eine spannende Grafik erstellt.

Was bedeutet diese sich verändernde Nutzung denn aber nun? Aus Vermarktersicht eigentlich nichts Neues. Werbungtreibende müssen es schaffen, tatsächlich crossmedial (nicht einfach nur konvergent) auf den Hotspots der Medien zu sein und dann auch noch aufzufallen. Über Kreativität und Masse…

Aus Mediasicht? Naja. Der Kampf des Prints sich sinnhaft ins Internet zu verlängern und damit weiterhin gnadenlos wegbrechende Werbeumsätze oder wenigstens Reichweiten zu retten, ist spannend. TV setzt im Moment voll auf die App-Karte und damit auf den Faktor mobile. Radio? Hm. Tja, Radio eben. Leider ist es ein bisschen so wie immer. Wenn alle anderen es ausprobiert haben, zieht man nach. Der eigene Innovationsdruck ist überschaubar…

Und aus Sicht des Nutzers? Maximale Reizüberflutung über alle Kanäle, totaler Overload mit Uninteressantem in einer gleichzeitigen Mischung mit der perfekten Möglichkeit sich spitz und individuell zu informieren.
Zwei Daumen hoch für uns.

Was das alles mit Weihnachten zu tun hat? Zählt doch mal, wie viele Werbebotschaften euch zur Zeit pro Tag erreichen (die Marketingbörse spricht von insgesamt 13.000 im Schnitt) die im weiteren oder näheren Zusammenhang zu Medien und entsprechenden Endgeräten zu tun haben…
Meine Zusammenfassung ist ganz simpel. Gewisse Herrschaften und ich haben schon vor einigen Jahren diesen Trend mit Ideen und Kampagnen erfolgreich bedient, insofern bin ich aus Vermarktersicht wenig überrascht. Wo es enden wird ist noch sehr unklar, aber ich bin fest davon überzeugt dass die mobile Digitalisierung immer weiter gehen wird. Mit Tools die es noch gar nicht gibt oder welchen die im ersten Anlauf noch gefloppt sind. Und gleichzeitig haben wir eine noch größere Verantwortung einen sinnvollen und gemäßigten Weg der Mediennutzung zu entwickeln. Für uns und (bei Eltern) für unsere Kinder…!